Kiesgrube Part 5
Mein Abenteuer
Wieder einmal hieß es für Jan, Sam und mich: **Ab an die Kiesgrube! **
Jan musste nach der Arbeit noch schnell ein paar Dinge erledigen. Deshalb fuhr ich schon einmal vor, bezog unseren Platz und begann mit dem Aufbau. Und ich sage euch: Das war diesmal wirklich kein Spaziergang. Auf dem See stand ein richtig fetter Wind, der genau auf unser Ufer drückte.
Fürs Angeln waren die Bedingungen ziemlich interessant. Wind und Wellen bringen schließlich Bewegung ins Wasser und können den Fischen ordentlich Appetit machen. Für den Aufbau, das gemütliche Sitzen und das Chillen waren die Bedingungen allerdings eher Kategorie: **„Warum tue ich mir das eigentlich an?“**
Aber gut – es ist, wie es ist.
Ich wollte gerade einen ersten Versuch starten, mit dem Boot hinauszufahren, da kam Jan auch schon an. Nach einer kurzen Begrüßung, einem gemeinsamen Check der Bedingungen und einer kleinen Beratung entschieden wir uns dann doch lieber gegen das Boot.
**Sicherheitshalber!!!!!!!!!!**
Also hieß es: Werfen!
Das mache ich ja sowieso sehr gerne. Mit dem Blei suchte ich einige krautfreie Stellen ab, platzierte dort meine Montagen und fütterte ein wenig. Danach war eigentlich alles erledigt.
Erst einmal gab es für jeden ein Tässchen. Anschließend machten wir uns an die Vorbereitungen für den Dutch Oven. Gemüse und Fleisch wurden geschnippelt, gewürzt und vorbereitet, während die Kohle langsam auf Temperatur kam.
So … nun hieß es warten.
Obwohl uns bei dem Duft bereits ordentlich der Zahn tropfte.
Plötzlich gab meine Rute einen Dauerton von sich. Endlich Action!
Der starke Wind und die hohen Wellen machten den Drill nicht gerade einfacher. Die Schnur wurde ordentlich durch die Wellen gedrückt, und der Fisch nutzte die Bedingungen natürlich zu seinem Vorteil. Aber ich blieb ruhig und konnte mich am Ende durchsetzen.
Ein richtig langer Schuppi fand schließlich den Weg in meinen Kescher.
**Yesssss!**
Die Freude war riesig. Nach dem erfolgreichen Drill und den obligatorischen Glückwünschen war dann auch schon unser Essen fertig.
Hähnchenschenkel mit Zitronensauce.
Und was soll ich sagen?
**Einfach richtig GEIL!**
Kaum hatten wir gegessen, begann auch schon der angekündigte Regen. Wir saßen noch eine Weile in Jans Zelt und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Irgendwann legten wir uns dann schlafen.
Die Nacht verlief allerdings nicht so ruhig, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Jan bekam einen Stotter Biss, doch leider blieb kein Fisch hängen. Bei mir verabschiedete sich ebenfalls einer – natürlich direkt im Kraut.
**VERDAMMT! **
Später musste ich dann noch einmal kurz raus, um meine Blase zu entleeren. Kaum war ich unterwegs, lief Jans Rute ab.
Ich dachte schon: „Jetzt aber!“
Doch leider war der Fisch ebenfalls schnell wieder weg.
Ausgestiegen.
**Zum Ko…en!**
Am Morgen gab es erst einmal Kaffee. Jan musste anschließend zu einem Termin, also blieb ich mit Sam am Platz zurück.
Peter kam noch vorbei, weil er eine Nacht am See fischen wollte. Wir unterhielten uns über dies und das, als plötzlich wieder meine Rute losging.
Der Drill war stark, und der Fisch machte ordentlich Druck. Ich bekam ihn zwar bis in die Nähe des Keschers, aber irgendwie wollte er einfach nicht über die Maschen. Und dann passierte es natürlich:
Ausgestiegen.
**Ich KOTZE im Strahl! **
Nachdem ich mich innerlich wieder etwas beruhigt hatte, machte ich alles neu und legte die Rute erneut auf ihren Spod. Peter fuhr anschließend weiter zu seinem Platz.
Lange dauerte es nicht, da lief genau diese Rute schon wieder ab.
Diesmal dachte ich mir:
**„Nicht noch einmal wegen des Krauts aussteigen!“**
Der Fisch kämpfte ordentlich, und ich versuchte, ruhig zu bleiben. Immer wieder ging er ins Kraut, aber ich konnte Druck halten und ihn schließlich langsam näherbringen.
Und dann …
**Yesss – er war im Kescher! **
Ein schöner Schuppi aus der Ende-30er-Zone. Geil!
Ein ordentliches Foto allein zu machen, war bei diesem Wind allerdings mehr Stress als Freude. Deshalb nahm ich kurzerhand eine kleine Videosequenz mit dem Handy auf. So konnte Jan den Fisch wenigstens sehen, wenn er wieder zurückkam.
„So, mein Großer – ab zurück in dein Element.“
Der Schuppi schwamm gerade davon, da kam Jan auch schon zurück.
Verdammt.
Natürlich wäre ein gemeinsames Foto schön gewesen. Aber egal – ich muss niemandem etwas beweisen. Wir beide freuten uns über den Fisch, und genau darum geht es doch letztendlich.
Am Nachmittag kamen Ronny und Ben noch kurz auf einen Plausch vorbei.
** Danke dafür! **
Wir quatschten ein bisschen, tauschten Neuigkeiten aus und ehe man sich versah, wurde es auch schon wieder dunkel. Also machten wir es uns gemütlich und legten uns hin.
## Noch ein letzter Biss
Gegen Mitternacht meldete sich dann meine linke Rute.
Wieder ein Biss.
Wieder Spannung.
Und wieder verabschiedete sich der Fisch im Kraut.
In diesem Moment hatte ich endgültig keine Lust mehr. Die Rute blieb draußen. Sollen die Fische doch machen, was sie wollte.
Am nächsten Morgen tranken wir noch gemeinsam einen Kaffee und ich begann, mein Zeug zusammenzupacken. Jan wollte noch ungefähr eine Stunde bleiben.
Ich musste noch meine Liege holen. Gerade wollte ich los, da sagte Jan plötzlich:
„Ich habe so ein komisches Unwohlsein in der Magengegend.“
Oh ja …
Das restliche Hähnchen vom Vorabend wollte offenbar noch einmal fliegen. 😊
Während ich gerade zu meiner Liege lief, um sie zu holen, gab Jans Rute einen Dauerton von sich.
Also musste ich den Fisch übernehmen.
Am anderen Ende der Schnur hing ein kampfstarker Fisch, der sofort ordentlich Druck machte. Jan kam kurz darauf zurück, und ich übergab ihm die Rute. So konnte er den Fisch selbst über die Maschen führen.
**Entschneidert!**
Wieder ein schöner Moment zum Abschluss.
Danach packte ich den Rest meiner Sachen ins Auto. Nebenbei machten wir direkt noch die nächste Geburtstags-Session fest – man muss die guten Gelegenheiten schließlich nutzen.
Auf dem Weg um den See hielt ich noch kurz an, um mit einem Local ein wenig zu plaudern. Anschließend fuhr ich zufrieden nach Hause.
Es war wieder einmal ein Wochenende mit allem, was dazugehört: Wind, Regen, gutes Essen, verlorene Fische, schöne Fische, viel Gelächter und natürlich jede Menge Geschichten für später.
Vielen Dank, Jan, für das großartige Wochenende!
Und natürlich auch ein großes Dankeschön an alle, die uns besucht haben.
Bis zum nächsten Mal an der Kiesgrube!
Liebe Grüße Winni