Erinnerungen
Mein Abenteuer
Erinnerungen werden wach, als ich mich mit Jan und Hund Sam zum fischen verabredeten. Es soll an einen See im Umland gehen, den wir schon kannten. Ja, ich muss gestehen, ich habe da so ‘ne üble Gewitter-Erinnerung, die mir immer ein bisschen mulmig macht. Also bin ich mit einem leicht unguten Gefühl Richtung Wasser gedackelt.
Treffpunkt war am Wasser, denn mit dem Boot mussten wir erst mal zur Angelstelle fahren. Schnell fanden unsere sieben Sachen ihren Weg in die Boote – ehrlich, wie viele Klamotten kann man eigentlich schleppen … und dann ging sie los: Die wilde Fahrt zwischen den Badegästen durch.
Kurz vor unserem Spot sahen wir ein Pärchen aus „unserer“ Schilflücke kommen. Oh nein … !!!!
Wir haben sie gefragt, ob’s okay ist, wenn wir uns da breit machen. Die Antwort? „NATÜRLICH!!!“ – Endlich mal normale Leute, die nicht streiten oder meckern. Vielen Dank, ihr zwei, ihr habt unsere Session gerettet!
Dann begann der ganz normale Wahnsinn: Aufbauen, Plätze suchen, Tackle richten und all der Kram, der dazu gehört. Als wir endlich alles fertig hatten und uns unser erstes Tässchen gönnten, wurde uns erst bewusst, wie laut manche Badegäste doch sein können.
Nach kaum einer Stunde bekam Jan den ersten Biss. Wir dachten kurz, ein Badegast wäre einfach nur durch die Schnur geschwommen, aber nö – es war tatsächlich ein Fisch! Leider ging der Fisch wieder verloren, so ist das manchmal. Der Abend und die Nacht vergingen mit ein paar kleinen Aktionen, bei denen Jan ab und zu ins Boot klettern musste, um Mini-Fische von der Montage zu befreien oder neu anzulegen.
Ich selbst hatte zwischendurch hier und da mal einen Pieper auf meinen Ruten, bis halb sieben morgens plötzlich meine Rutenspitze richtig wackelte – da war was am Band! Also rein ins Boot, Motor an, und ab zum Spot. Die Schnur hing das eine oder andere Mal im Kraut, da wir hinter einer Krautbank fischten. Bald merkte ich den Fisch und der Drill begann. Ruhig zog der Fisch seine Bahn und blieb am Grund des Sees. Erst sah ich ihn nur schemenhaft und murmelte leise vor mich hin: „RUHIG, JUNGE, mach keinen Stress, DER MUSS INS NETZ!“ Nach einigen Minuten Kampf konnte ich ihn endlich mit dem Keschernetz umschließen. YES! Was für ein Glücksgefühl!
An Land machte Jan schnell Fotos, und wir beide haben uns richtig gefreut – da hat sich die Session schon gelohnt. Genau in dem Moment setzte der angekündigte Regen ein und hielt bis in die frühen Nachmittagsstunden durch. Das habe ich so natürlich eingeplant... nicht.
Doch dann kam Nick vorbei und gesellte sich zu uns für einen ausgedehnten Plausch. Es gab viel zu fachsimpeln, Erfahrungen auszutauschen und Geschichten zu erzählen. Die Zeit flog nur so dahin. Kaum war Nick weg, drückte die langsame Dunkelheit aufs Gemüt, aber wir saßen nochmal zusammen auf ein letztes Tässchen. Wir wurden müde, gingen ins Bett und hofften gespannt auf die kommende Nacht.
Der Morgen brachte noch eine letzte Runde Kaffee, während wir schon zu packen begannen. Jan war gerade kurz weg, als plötzlich ein Einpackfisch biss – natürlich verloren gegangen.
Tja, so ist das Leben am Wasser.
Trotz des mulmigen Gefühls wegen meines Gewitter-Sees war es wieder einmal eine absolut geile Session mit euch beiden – immer wieder gern!
Danke, Nick, dass du vorbeigeschaut hast.
Auf zum nächsten Abenteuer – ich freu mich schon!
Liebe Grüße, euer Winni